Toskana 2017 – traumhaftes Italien

Im April 2017 hatten wir uns entschieden einen kleinen Urlaub nach Italien zu unternehmen. Wir wollten etwas das preislich nicht so teuer ist und wir durch Eigenanreise unabhängig sind. Da mein Freund schon öfter in Italien war und ich bisher nur die gegen um den Gardasee und Lago Magiore kannte, wollte er mir gerne zeigen, wie schön es auch in anderen Ecken sein kann. Sizilien war uns von der Fahrt zu weit, also entschieden wir uns für die toskanische West-Küste. Nach kurzem Suchen hatten wir auch ein Angebot gefunden, welches wir einfach buchen mussten.

10 Tage Halbpension in Cecina Mare, Hotel mit direktem Meerblick, nur durch das zugehörige Restaurant und eine kleine Einbahnstraße vom Strand getrennt für 391 € pro Person.

Die Fahrt war für mich relativ entspannt, ich war tagsüber auf einem Junggesellinnenabschied und als ich nachts nach Hause kam musste ich nur noch duschen und mich ins Auto setzen. Mein Freund ist die ganze Strecke gefahren, während ich etwas dösen konnte und für Verpflegung hatte er auch gesorgt – leckere Schnitzel-Weckle 🙂

Nach ca. 9 ½ Stunden kamen wir an unserem Ziel an, das Hotel machte keinen besonderen Eindruck, aber die Lage war traumhaft. Da wir noch knapp vor Saisonbeginn ankamen war auch sehr wenig los, so bekamen wir problemlos einen Parkplatz auf dem abgesperrten Hotelgrundstück und konnten bereits morgens in unser Zimmer einchecken.

Traumhafter Blick, super Wetter… was will man mehr?

Den ersten Tag verbrachten wir natürlich nur am Strand, da wir von der Anreise noch platt waren. Hier hat man einiges an Auswahl, entweder direkt vor dem Restaurant oder man kann seitlich neben dem Hotel an den Strand vor den wunderschönen Pinienwäldern.

Das Hotel Stella Marina war alles in allem ganz ok. Die ersten Tage durften wir wegen der geringen Belegung im Restaurant gegenüber zum Abendessen gehen, das war wunderschön. Sehr modern eingerichtet, hell, freundlich, schöner Blick Richtung Meer und super Personal.

Das Essen war sehr lecker. Man konnte morgens beim Frühstück immer auswählen, was man abends möchte.

Vorspeise: Meist ein Pasta Gericht in 2 Ausführungen, eine mit Fleisch und eine mit Fisch, Muscheln oder Garnelen.

Hauptgang: Wieder zwei Gerichte zur Wahl, meistens auch Fleisch oder Fisch/Muscheln/Garnelen.

Nachtisch: Wurde erst am Abend genannt, hier gab es meistens Kuchen oder Obst.

Die Zubereitung war sehr gut, die Qualität von Fleisch und Fisch auch super, nur bei der deutschen Übersetzung auf dem Auswahlzettel musste man etwas aufpassen. So entpuppte sich ein Rinderfilet als Fischfilet, eine Seezunge als Dorade und ein Drachenfisch war uns im deutschen nicht bekannt. Aber durch Google Übersetzer konnten wir das italienische nochmals prüfen und uns dann entscheiden (Dank kostenlosem W-Lan kein Problem).

Das Frühstücksbuffet war ebenfalls ganz gut, allerdings leider ohne große Abwechslung. Es gab immer eine Sorte Brötchen, Croissants mit oder ohne Marmeladenfüllung, 2 Sorten Kuchen und mini Donuts. Marmelade, Honig, Schokocreme, Salami, Schinken, Käse, verschiedene Joghurt, Müsli, Cornflakes, Obst und als die Saison startete noch hart gekochte Eier.

An 2 Automaten konnte man sich verschiedene Heißgetränke holen und es gab eine Saft-Automaten, welcher allerdings mit solchem Sirup/Konzentrat bestückt war.

Der Frühstücksraum, welcher in der Hauptsaison auch der Speisesaal für mittags und abends ist war leider sehr ungemütlich. Die Tische waren nur mit Servietten und Besteck versehen, obwohl es in den Regalen auch Tischdeko gab. Die Vorhänge wurden teilweise einfach geschlossen gelassen und die Tische stehen relativ eng beieinander.

T64

Die Zimmer sind laut Bewertungen die ich gelesen habe sehr unterschiedlich, manche scheinen extrem in die Jahre gekommen, die mit Meerblick scheinen besser zu sein.

Unseres war im 3. Stock mit Meerblick, wir hatten das mittlere Zimmer der Balkonreihe und somit 2 Zugänge zum etwas größeren Balkon als die beiden Nachbarzimmer.

Anfangs hatten wir keine Balkonmöbel, aber auf Nachfrage wurden diese innerhalb kürzester Zeit gebracht. Wenn man sich gerne im Zimmer aufhält empfehle ich erster Stock mit Meerblick, diese Zimmer hatten eine etwas größere Terrasse.

Die Einrichtung war ok, aber nichts besonderes. Das Bad ist mit dem nötigsten ausgestattet aber schon etwas mitgenommen, so hat man starke Wasserflecken im Spiegel, unterlaufene Glaselemente, nachgebesserte Fugen, etwas wackelige Toiletten… aber noch im Rahmen für den Preis.

Was uns sehr überrascht hat und negativ aufgestoßen ist, am Meer kann das Wetter ja relativ schnell umschwingen, so hatten wir in einer Nacht Böen bis zu 100 km/h. An sich ja eigentlich kein Problem, wenn man allerdings bei geschlossenen Balkontüren im Bett liegt und noch Wind abbekommt kann dies sehr unangenehm sein. Wir haben uns daraufhin mal die Türen angesehen, hier sind überall große Risse um den Rahmen herum, durch die der Wind richtig hineinpfeift und es so ganz schön frisch wird.

T61

Zwei Tage vor unserer Abreise war dann wohl auch offizieller Saison-Start. Langsam eröffneten alle Restaurants, die Promenade wurde voller und das Hotel wurde zur Jugendherberge. Es reisten gleich 3 Sportmannschaften an, so hatten wir lautes Geschrei in den Gängen, knallende Türen (die Hotelzimmer haben Stahltüren) und Action im Speisesaal. Dies war für uns dann auch der Punkt bei dem wir wirklich sagten, in der Hauptsaison würden wir dieses Hotel trotz toller Lage eher nicht wählen.

Von unserem Hotel aus machten wir dann täglich Ausflüge in das Umland. Hierbei kann ich nur empfehlen sich vorher im Internet zu erkundigen, wo es evtl. gerade besondere Feste oder Märkte gibt, die es sich lohnt anzusehen. Und auch Feiertage sollte man sich vermerken, da hier meist ach in größeren Städten mehr los ist.

Livorno:

Dies Hafenstadt Livorno liegt etwa 60 km nördlich unseres Urlaubsortes. Wir hatten uns vorher über den Reiseführer informiert, welche Sehenswürdigkeiten man besuchen sollte und haben uns so dann schnell und gut zurechtgefunden. So parkten wir in der Nähe des Piazza Grande in einem Parkhaus und schlenderten von dort aus die Via Grande hinunter Richtung Hafen. Auf dem Weg hatten wir das Glück noch den gerade stattfindenden Markt überqueren zu können. An der Meerespromenade angekommen standen wir auch direkt an dem berühmten Monument der Quattro Mori. Ferdinand I. zu Füßen sitzen vier Galeerensklaven und erinnern an die unrühmliche Zeit des Menschenhandels. Von dort aus gingen wir ein Stück in den Hafen hinein und genossen die Meeresluft. Auf dem Weg zurück gingen wir die kleinen Gassen entlang und kamen an die Kanäle, welche gerne als kleines Venedig bezeichnet werden. Leider fanden wir diese recht unspektakulär, so dass wir direkt weiter gingen zum Fortezza Nuova, die alte Festung aus dem 16. Jahrhundert, welche vom Wassergraben umgeben ist. In der Festung hat man einen schönen Park zum Ruhen und Verweilen angelegt. Sollte man in der Nähe sein und noch ein Ziel suchen, kann man hier gemütliche Stunden verbringen. Uns persönlich hat Livorno jedoch nicht so gefallen, dass wir dies beim nächsten Mal wieder besuchen würden.

Pisa:

Wer kennt ihn nicht? Den schiefen Turm von Pisa.

Natürlich mussten wir auch dorthin einen kleinen Ausflug unternehmen. Was mich vor Ort total überraschte: Auf den meistens Bildern sieht man immer nur den Turm, aber direkt daneben ist der mindestens genauso beeindruckende Dom. Er steht zwar gerade, aber baulich wirklich fantastisch. Man weiß gar nicht welches Detail man sich ansehen soll, einfach nur Prunk. Zusammen mit dem Baptisterium bilden diese drei Gebäude eigentlich eine große Sehenswürdigkeit.

Zum Turm: Er wurde schon damals einfach am falschen Fleck gebaut, da der Untergrund für dieses Bauwerk viel zu weich war. Bereits während des Baus sackte er somit ab und man stoppte nach dem dritten Stockwerk. Erst über 100 Jahre später wurde weiter gebaut. Seit 2001 kann der Turm auch wieder von Touristen betreten werden, da er hier ein paar Zentimeter aufgerichtet wurde.

Wir haben allerdings darauf verzichtet, langes anstehen für einen Aufstieg des Turms… ich finde es von außen doch beeindruckender.

Siena:

Eine kleine Stadt oben auf den Bergen gelegen. Nachdem unser Navi uns erst in die komplett falsche Richtung geschickt hatte, haben wir den Ort dann mit Hilfe von Anwohnern doch noch gefunden. Zunächst wirkt die Stadt sehr unscheinbar, man kommt durch das Stadttor und zieht alte fast zerfallene Gebäude, wenig gepflegt. Doch je weiter man zum Zentrum kommt umso schöner wird es. Imposante Bauarten, schöne Plätze, ein wundervoller Dom, versteckte romantische Ecken und natürlich der Piazza del Campo mit dem Rathaus. Besonders sticht einem hier der Torre del Mangia ins Auge, der große Turm des Rathauses, dieser wurde extra so hoch gebaut um von oben Signale über die ganze Stadt senden zu können. Da es an diesem Tag wunderschön warm war, wollten wir uns ein Eis gönnen. Ich sagte noch: Lass uns lieber zu einem Strßenverkauf gehen und nicht in die Eisdiele am Platz, da ist es bestimmt sehr teuer. Und was ist? Wir zahlen für uns beide zusammen (2 Kugeln pro Person) 13 €. Das war auf jeden Fall mein bisher teuerstes Eis!

Lucca:

Wir suchten Lucca am Tag des Blumenfestes auf. Zumindest stand es so im Internet geschrieben. Vor Ort jedoch mussten wir feststellen, dass dieses fest mehrere Tage ging und nun eigentlich ziemlich vorbei. Trotzdem war Lucca sehr schön. Dieser recht kleine Ort (wenn man nur den alten Ortskern betrachtet) ist von einer großen Stadtmauer umrundet. Diese wurde wunderbar wie eine Parkanlage hergerichtet, so dass man auf der stellenweise 30 Meter breiten mauer flanieren kann. Zwischen Kastanienbäumen hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. So kann man innerhalb einer Stunde einmal ringsherum. Im Inneren findet man schöne kleine Straßen, alte Gebäude, wie immer wunderschöne Kirchen und den Piazza dell´anfiteatro, die Mauern dieses Amphiteaters sind inzwischen von den Geschäften in Beschlag genommen worden, auf dem Platz selbst fand dann ein schöner Blumenmarkt statt.

Chianti:

Der Wein ist sicherlich bekannt, doch die Region? Ich habe mich bisher wenig darüber informiert und mich dann sehr darauf gefreut dort ein wenig unterwegs zu sein. Wieder ein Tipp aus dem Internet, war der Feiertag der besonders in Chianti gefeiert wurde. So landeten wir in Panzano, einem sehr kleinen Ort wirklich ganz oben in den Bergen. Die Straßen wurden immer enger, die Anspannung immer größer und dann waren wir da. Ein schöner Ort, alles geschmückt mit Fahnen und Marktständen. Viele in mittelalterlicher Kleidung. Was gefeiert wurde? Die Befreiung von den Deutschen – ja, wir hatten auch erst überlegt ob wir hier wirklich hin sollten 😉

Aber es war ein wunderschönes Fest. Zunächst schlenderten wir die steile Straße hoch und runter, genossen ein schönes Braten-Brötchen, ein Becher Wein und schauten beim Bogenschießen zu. Dann fanden wir etwas ganz außergewöhnliches, ein Stand mit frittierten Blumen. Hier wurden Glyzenien in Backteig frittiert. Natürlich mussten wir dies gleich probieren und waren positiv überrascht. Hätten wir das gewusst, hätten wir vielleicht ab und zu die Hauswand unserer Nachbarn geplündert 😀

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Dann am Nachmittag fand die Haupt-Veranstaltung statt. Vor der Kirche wurde die Szene aus dem 16. Jhd nachgespielt, wie der Aufstand der Deutschen unterdrückt wurde. Sie wurden festgenommen und auf dem Bullen-Karren vom Henker durch den ganzen Ort gefahren. Dabei wurden sie von allen Einwohnern begleitet. Aufgrund des langen Rückwegs entschieden wir uns kurz danach zu fahren. Aber ich möchte euch trotzdem nicht enthalten, wie es später weiter gegangen wäre. Auf dem Marktplatz wurde das Gericht aufgebaut und das Urteil über die Deutschen wurde verkündet. So wurden Sie gehängt.

Abgesehen von diesem tollen Fest war es auch ein wunderschöner kleiner verschlafener Ort mit traumhafter Aussicht.

Florenz:

Die Hauptstadt der Toskana. Auch hier wieder jede Menge Gassen zum Staunen. Ob nun die „einfachen“ Häuser, oder die Kathedrale, überall gibt es etwas zu sehen. Hier ist natürlich der Touristenandrang auch deutlich höher, das merkten wir selbst in der Nebensaison. Dinge die man hier gesehen haben muss: Die Kathedrale, riesig, imposant, wunderschön. Natürlich der Neptun-Brunnen, wenn er nicht gerade wie bei uns eingepackt ist zwecks Restaurierung. Und die David-Statue. Nehmt euch für diese Stadt auf jeden Fall etwas mehr Zeit, es lohnt sich.

Selbstverständlich gibt es noch jede Menge weitere schöne Orte, doch irgendwann war unser Zeitplan einfach voll. Dazu haben wir noch ein bisschen den traumhaften Strand genießen wollen und einfach mal Ausruhen.

Mein Fazit zur Toskana:

Es lohnt sich absolut! Wir fahren von hier aus nicht allzu lange und man kann so vielfältig entspannen und die italienische Kultur und Landschaft genießen.

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